>> Kurzsendung über Bambusflöten auf RBB und Info-Radio


Termine

 

 

 

Güstrow: Mitgliederversammlung vom 19.-21.10.2018

Nach 2 Jahren fand wieder eine Mitgliederversammlung der deutschen Gilde statt. Diesmal waren wir in der Barlachstadt Güstrow eingeladen von Birgit Schaub. Sie hatte für ein interessantes Rahmenprogramm gesorgt. Es begann mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel am Schlosspark. Am Samstag lernten wir die Stadt Güstrow kennen mit ihren alten Gassen, Häusern und Kirchen. Und natürlich ließen wir uns zu Barlachs Werken führen. Dafür boten sowohl das Atelierhaus als auch die Gertrudenkapelle reichlich Gelegenheit. Die Skulpturen mit ihrer starken Ausdruckskraft zogen uns in ihren Bann. Nach einer leckeren Käsesuppe aus der Küche von Birgit Schaub setzen sich die 8 anwesenden Mitglieder zur offiziellen Mitgliederversammlung zusammen. Der Kassenbericht wurde vorgelegt, und die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Zum gemeinsamen Musizieren und anschließenden Kaffeetrinken trafen die Mitglieder des Güstrower Bambusflötenchores ein. Während die Gildenmitglieder ihre Notenblätter vor sich hatten, spielten die Güstrower nach einer Zahlenpartitur, die auf einer großen Tafel befestigt war und von Birgit Schaub angezeigt wurde. Schnell gelang das gemeinsame Musizieren, und wir konnten drei Stücke für den Sonntagsgottesdienst im Dom festlegen.
Beim Kaffeetrinken wurde es sehr lebendig: Die Mitglieder des Güstrower Chores erzählten mit großem Engagement und mit Begeisterung aus ihrer Jugendzeit, als Charlotte Schulz sie sammelte, um das Bambusflötenspiel zu erlernen und sie prägte durch ihre geistlichen und sozialen Impulse über viele Jahre hinweg auch in politisch schwierigen Zeiten. Sie sind glücklich und dankbar, dass sie in Birgit Schaub einen Menschen gefunden haben, unter dessen Leitung sie sich wieder treffen können zum Musizieren und zum Austausch.
Am Abend blickten wir dann zurück auf das 20-jährige Bestehen der deutschen Gilde. Im September 1998 fand auf Initiative von Ilse Benning und in Zusammenarbeit mit Ulrich Köhn in Düsseldorf die Gründung der deutschen Bambusflötengilde statt. Viele Bambusflötenbegeisterte aus dem Raum Düsseldorf waren dabei sowie Vertreter der Gilden aus den Niederlanden, der Schweiz, aus England und aus Österreich. Mit einem umfangreichen Konzertprogramm startete die Gildenarbeit.
Am Sonntagmorgen trafen wir uns im Güstrower Dom zum Musizieren im Gottesdienst. Anschließend hatten wir Zeit, uns den Dom genauer anzusehen – und vor allem den „Schwebenden“ von Ernst Barlach, ein ungewöhnliches Ehrenmal für die Opfer des 1. Weltkrieges.
Außer dem Wiedersehen mit den „alten“ Freund*innen bereicherte uns das Treffen durch das Kennenlernen der Barlachstadt und durch die Begegnung mit dem Güstrower Bambusflötenchor.<br /> Danke, liebe Birgit, für deine großartige Organisation und die umsichtige Hilfe deiner lieben Tochter Bea!

Elisabeth Hämer

 

 

Am Freitag 19. Oktober 2018 reisten wir beiden unternehmungslustigen Schweizer Bambusflötenspielerinnen, Veronika Senn und Dorothee Fischer, letztere als Mitglied der deutschen Gilde nach Güstrow, um dort mit den Gildenmitgliedern und dem Bambusflötenchor von Güstrow dieses Jubiläum zu feiern.
Wir wurden schon beim ersten gemeinsamen Abendessen im Restaurant Wallenstein herzlich begrüsst und fühlten uns sofort wohl im Kreis Gleichgesinnter. Am Samstagvormittag gab es die Möglichkeit, einen Stadtrundgang mitzumachen oder die Barlach-Gedenkstätte zu besuchen. Wir beide wählten das zweite Angebot und waren tief beeindruckt von den dort ausgestellten Werken und der dazu gehörenden Zeitgeschichte.
Mittags traf man sich wieder im Gemeindehaus, wo Birgit und ihre Tochter Bea eine köstliche Suppe für alle vorbereitet hatten. Nachmittags traf dann der Bambusflötenchor ein für eine gemeinsame Probe. Veronika und ich waren erstaunt und erfreut, wie alle unsere Flöten sofort problemlos harmonierten – immerhin spielten Güstrower-, Berliner- und Schweizer-Flöten erstmals zusammen! Für das Spielen nach Zahlen statt nach Noten brauchten wir eine kurze Eingewöhnungszeit. Wir kannten das System aber bereits ein wenig von einem Weiterbildungs-nachmittag in Bern, den Birgit Schaub im November 2016 für den Verband Bambusflöten Schweiz gestaltet hatte. Eine einfache, aber geniale Art, Musik aufzuschreiben!
Nach Kaffee und Kuchen mit fröhlichen Gesprächen aber auch beeindruckenden Erinnerungen einiger älterer Chormitglieder an die Anfänge des Güstrower Bambusflötenchores, hielten die Gildemitglieder mit der Präsidentin Ursula Rothen einen ersten Teil ihrer Mitgliederversammlung ab. Dann war schon wieder ein Abendpicknick vorbereitet, gespendet von Birgit und einigen Chormitgliedern. Wir wurden verwöhnt und danken hier nochmals für die warme Gastfreundschaft!
Es folgte der zweite Teil der Mitgliederversammlung, dann verabschiedete man sich bis am nächsten Morgen für das Spiel im Gottesdienst im Dom. Im hohen, schönen Kirchenraum kam der warme Klang unserer Flöten nochmals besonders gut zur Geltung.
Wer noch Zeit hatte, beschloss dieses schöne, von herzlicher Freundschaft geprägte Wochenende mit einem gemeinsamen Mittagsimbiss in einem italienischen Restaurant.
Unser grosser Dank gilt in erster Linie Birgit Schaub, die den ganzen Anlass perfekt organisiert und die Teilnehmenden immer freundlich, geduldig und flexibel durch die beiden Tage geleitet hat!
Aber auch die Begegnung mit den anwesenden Gildenmitgliedern, mit dem Bambusflötenchor und mit Bea Schaub, und das Wiedersehen mit unserer lieben Schweizer Freundin und Gilde-Präsidentin Ursula Rothen, war eine grosse Freude für uns.
Wir hoffen bereits auf ein baldiges Wiedersehen, diesmal wahrscheinlich in Schaffhausen in der Schweiz!

Dorothee Fischer und Veronika Senn

 

Berlin

Auszüge aus einem Brief, der in diesem Jahr bei uns eingegangen ist:
20 Jahre Bambusflötengilde in Deutschland e.V. Herzlichen Glückwunsch! Hurra! Dann lasset die Korken reichlich knallen - vorzugsweise im Dreivierteltakt, denn…Oha! Wir benötigen gute Korken dringend für unsere sensiblen Mundstücke im Flötenbau!
„Hörst du den Klang der Flöte?“ …so haben wir euch noch gut im Ohr, denn einiges davon ist dauerhaft geblieben - bei uns- bei den anderen - nein, nein kein Tinnitus hoffentlich, im Gegenteil, es war eine kreative, experimentierfreudige Zeit. Passend begleitet vom ganz besonderen Klang-Charakter der Bambusflöte, der in seiner reinen Grundstimmung zusammen mit seiner rauchig-rauhen vielschichtigen Seele anrührend und von sensibler Natur ist und uns etwas von Wind und Weite zu vermitteln vermag; etwas von Sehnsucht und Ursprünglichkeit; der eine Geschichte zu erzählen und auszuschmücken vermag, eine Melodie trägt, oder ein Märchen- sich aber auch energisch gegen so ziemlich alles und jedes durchzusetzen vermag. Für die durch Kerzenschein und Notenlampen mühsam beleuchtete, gänzlich leere, klamm-kalte Zionskirche, zu der die Tauben noch ungehindert Zugang durch die kaputten Kirchenfenster hatten, holten wir uns den Schlüssel im Restaurant am Platz und spürten dem schier unendlich nachhallenden Klang aus dem dunklen leeren Kirchenschiff unseres Flötenspiels nach, der den unsichtbaren Raum wie über einen Verstärker zu füllen vermochte.
Das war eines der schönsten Klangerlebnisse, die ich je hatte. Wir können hier und jetzt nur ein paar Sternchen, Funken und Impulse herausheben. Die eigentliche Arbeit des Flötenbaues, Notenschreibens, des Übens, muss leider unerwähnt in der Schublade bleiben, trotzdem das Alltägliche in Wahrheit das war, was uns erfüllte: Die Freude an der Gruppe und ihrem gemeinsamen Ringen um ein Musikerlebnis. Romantisch schöne Musik. Alte bewährte oder verschrobene Musik, neue, frische Musik. Kunst kommt von Können. Also hieß es üben, üben, üben.
Liebe Ursula, lieber Christian, durch eure so extrem weit aufgefächerte Musikbandbreite - musikpädagogisch (wir spielen behutsam zusammen mit motivierten Kindern öffentlich vor und übernehmen so gleichsam Patenfunktion) romantisch (wir erzählen Märchen und begleiten sie mit Flötenmusik) physiologisch (hörst du den Klang?) und last but not least philosophisch: in einem sehr weiten, durch die sprichwörtliche Schweizer Präzision und Zuverlässigkeit geprägten Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, in Berlin und darüber hinaus etwas zu schaffen und zu gestalten; eine Botschaft zu vermitteln. Beharrlich durch Bildung und Anspruch.
In diesem Sinne ein dickes Dankeschön und alles Gute für die Zukunft!

Euer Helmut & eure Luise

 

 


- DRING END - gesucht - DRINGEND - gesucht - DRINGEND - gesucht - DRINGEND -

Menschen mit musikalischer Vorbildung und Spaß am Unterrichten, mit Geduld und handwerklichem Geschick, die sich zum Lehrer/in für Bambusflötenbau- und spiel ausbilden lassen möchten, werden dringend gesucht. Diese ganzheitliche Form der Musikerziehung ist in Deutschland noch wenig verbreitet und bietet interessante Berufsperspektiven. (Nähere Informationen bei den Lehrkräften der Bambusflötengilde.)

Altersbedingt werde ich in absehbarer Zeit Ersatz brauchen. Ein Baukurs in Augsburg ist in Vorbereitung, bei Interesse bitte melden!

Ilse Benning, Augsburg