>> Kurzsendung über Bambusflöten auf RBB und Info-Radio


Termine

 


Bericht aus Berlin

Ziemlich genau ein Jahr nach dem 1. Lockdown blicke ich auf die vergangenen Monate zurück. Trotz vieler Verordnungen konnten wir einige Aktivitäten rund um die Bambusflöten durchführen. Der Musikunterricht war über viele Wochen erlaubt, und als die Schulen Mitte Dezember schließen mussten, kamen die Kinder aus einem Haushalt, zu zweit und viele einzeln in die Flötenstunde. Die Familien waren sehr dankbar darüber, dass es neben den digitalen Angeboten eine regelmäßige und reale Begegnung mit einer erwachsenen Person außer Haus gab. Natürlich unter Einhaltung der AHAL – Regeln, die in den Souterrainräumen an der Brunnenstraße gut umsetzbar sind. Nachdem im Sommer die Flöten an einer Vernissage im Freien mit Musik aus Mittelamerika, später auch in Gottesdiensten (live oder auf you tube) erklangen, war es mir eine besondere Freude zwei

Workshops am Seminar für Waldorfpädagogik durchführen zu können. An einem Weiterbildungskurs bauten neun LehrerInnen, und am Anfang des neuen Lehrganges 34 StudentInnen und ein Dozent ihre erste pentatonische Sopranflöte, die im Musikunterricht zum Einsatz kommen. Obwohl wir unseren Auftritt im Puttensaal auf unbestimmte Zeit verschieben mussten, das Betreuen des Babypsalmsingens und die Begleitung der Gottesdienste im Seniorenheim am Weinbergsweg wegfielen, erfreuen Bambusflötenklänge im Rahmen der Offenen Kirche die Besucher, zu Hause die Nachbarschaft oder im „Niemandsland“, dem Gemeinschaftsgarten auf dem Mauerstreifen die Spaziergänger. Nach seiner bestandenen Erzieherprüfung setzt nun mein Student mit großem Engagement die Ausbildung zum Bambusflötenlehrer fort. Trotz anrollender dritter Pandemiewelle ist beim Erwachsenenensemble - um es mit den Worten der Sendung auf 3sat des Satirikers Sebastian Pufpaff zu sagen: „Noch nicht Schicht!“.

In der Adventszeit 2020 erhielt ich von Birgit Schaub aus Güstrow einen Brief, in dem sie die Situation der musikalischen Aktivitäten in ihrer Stadt beschreibt: „Auch mit der Musik in den Weihnachtsgottesdiensten sieht es ja eher traurig aus. Orgelspielen ist erlaubt und vielleicht ein solistisches Bläserquartett im Freien vor dem Dom. Vielleicht hat es aber auch etwas Gutes, `mal vom Gewohnten abzuweichen und zu schauen, welche neuen kreativen Ideen entstehen. Unser Bambusflötenchor konnte sich nun schon wieder lange nicht treffen, und auch das Treffen mit unseren Schweizer Freunden um Anna Idone musste leider ausfallen. Ich sorge mich ganz schön um die alten Leutchen und versuche Kontakt aus der Ferne zu halten. Einige sind sehr einsam.“

Ilse Benning aus Augsburg teilte mir telefonisch mit, dass nach einigen Spieltreffen zu dritt am Anfang der Pandemie nunmehr alle gemeinsamen Aktivitäten ruhen. Besonders schade ist auch der eingeschränkte Kontakt mit den Lehrkräften, die an der freien Dorfschule Unterlengenhardt das Bauen und Spielen von Bambusflöten eingeführt haben. Vom Internationalen Geschehen lässt sich folgendes mitteilen: Sowohl in Großbritannien am Samstag Vormittag als auch neu in den Niederlanden am Mittwoch Abend unter der Leitung von Corry de Klepper finden Zoom Meetings online statt, die für TeilnehmerInnen aus allen Ländern offen stehen. Optimistisch planen die NiederländerInnen zudem den Internationalen Kurs 2022.

Ursula Rothen

 

 

 

Bericht aus Berlin

Vielseitige Auftritte wie „Märchen & Musik“ in der Bibliothek am Luisenbad, das Musiktheater „Khuyay Ch’aska“ - eine andine künstlerische und symbolische Version der Reise von Maria und Joseph von Nazareth nach Bethlehem - mit Rios Profundos in der Zionskirche, Musik zur Weihnachtsfeier im Seniorenheim am Weinberg und im Rahmen der Sternsingeraktion bei der Kapelle der Versöhnung und von Haus zu Haus im Kiez geleiteten uns frohgemut ins Neue Jahr. Im Februar/ März bauten die Erwachsenen Fatih, Matthias, Antje und Evamarie ihre meist erweiterten Altflöten und mich erreichte die Anfrage, mit Eltern der 1. Klasse einer Waldorfschule im kommenden Schuljahr Flöten herzustellen.

Wöchentlich kommen 20 Schülerinnen und Schüler zum Unterricht und nachdem es von Mitte März an etwas ruhiger wurde an der Brunnenstraße, unterrichte ich nun seit drei Wochen wieder mit einem sehr flexiblen Stundenplan.

Alle Bambusflötenkurse, die in diesem Jahr in Griechenland, Frankreich, England und in den Niederlanden geplant waren, sind abgesagt und auch das Internationale Treffen 2021 wird um ein Jahr verschoben. Wer aber gerne über das Netz kommuniziert, kann sich bestimmt an den Samstagsrunden der Bambusflöten beteiligen. Ich denke, dass euch Luke Jackson, der internationale Korrespondent der Britischen Gilde, dabei behilflich sein kann. (e-mail: lukedec18@hotmail.co.uk)

Alles Gute für die kommende Zeit wünscht euch
Ursula Rothen

P.S. Herzliche Einladung schon jetzt zu Märchen und Musik am Freitag, 20.11. 2020, 18 Uhr im Puttensaal der Bibliothek am Luisenbad, Berlin-Wedding.

 

 


REZEPT

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten. 
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen. 
Das Brot im Kasten 
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh, 
wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist war, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen. 
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät.
Geht es um dich oder ihn.
Den eigenen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lange schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten. 

Aus „ Mein Lied geht weiter“ von Mascha Kaléko, am 7. Juni 1907 als Tochter jüdischer Eltern in Galizien geboren. Sie fand in den zwanziger Jahren Anschluss an die literarische Szene in Berlin und hatte 1933 mit dem „Lyrischen Stenogrammheft“ ihren ersten Erfolg. 1938 emigrierte sie in die USA, 1959 siedelte sie von dort nach Israel über. Sie starb am 21. Januar 1975 in Zürich.

 

 

Das Bambusflötennest in Unterlengenhardt

Im vergangenen März war ich eingeladen, in der freien Dorfschule Unterlengenhardt mit den Kindern von 8 – 16 Jahren Flöten zu bauen.
In den sieben Tagen sind dabei 15 Soprane, 6 Alte und vier Tenöre entstanden, die inzwischen eifrig bespielt werden. Die Schulleiterin, ein langjähriges Mitglied unserer Gilde, kennt die Bambusflöte aus ihrer Jugend in den Niederlanden. Sie und eine ihrer Unterstützerinnen haben die feste Absicht, Gildenlehrer zu werden um die Bambusflöte fest in ihre Arbeit zu integrieren.
Meine „zielsichere“ Baumethode und die Unterstützung durch Lehrer und Eltern hat diesen Marathon möglich gemacht.





Zu meinem Ergötzen ist die Niederländische Gilde dabei, diesen etwas andern Weg, erfolgreich halberweiterte Flöten zu bauen, in einem Workshop im Februar anzuwenden und weiterzugeben. Das Angebot: saubere Mollterz, Überblastöne bis zur Quarte und einheitliche Griffe auf allen Flöten hat ja auch Qualität. Es besteht aber seit mehr als 20 Jahren – gut Ding braucht eben Weile.

Die Arbeit in Augsburg geht, mit leichten altersbedingten Verlusten, weiter.

Die Flöten-Wander-Wohlfühltage über Fronleichnam finden heuer zu 15. Mal statt, diesmal in Freising bei München.
Anmeldungen sind noch möglich.

Mit herzlichen Grüßen, Ilse Benning

 

 


Güstrow- Schaffhausen: Freundschaft erleben - welch reicher Segen

Zwölf Flötenspielerinnen und Flötenspieler aus Güstrow machten sich - angelehnt an die Tradition der Spielfahrten, die Lo Schulz in den 50-ger Jahren ins Leben gerufen hatte – Ende Juli auf den Weg, ihre Freunde in der Schweiz zu besuchen, nachdem es im vergangenem Jahr ein erstes Kennenlernen gegeben hatte. Uns verbindet das Musizieren auf selbstgebauten Bambusflöten, das mehr ist als schöne Töne zu spielen, sondern auch bedeutet, Gemeinschaft zu erleben und andere an der Freude teilhaben zu lassen. Jeder kann schnell dabei sein, weil nach Zahlen und nicht nach Noten musiziert wird.

Erst vor zwei Jahren sind sich Anna Idone (Schaffhausen) und Birgit Schaub (Güstrow) auf einer Tagung der Bambusflötenlehrerinnen in Bern zum ersten Mal begegnet. Die Geschichte des Güstrower Chores "Dennoch" begeisterte Anna so sehr, dass sie auch in Schaffhausen eine Bambusflötengruppe Erwachsener ins Leben rief, die im vergangenen Jahr in Güstrow zu Gast war. Es wurden viele interessante Gespräche geführt und im gegenseitigen Austausch wollten die Gäste viel über den Güstrower Chor erfahren. Unter den Gleichgesinnten entstanden Freundschaften, die über Raum und Zeit hinweg dauerten, und so stand nun der Gegenbesuch an.

Nach langer Zugfahrt wurden wir von unseren lieben Freunden in Schaffhausen herzlich empfangen. Wir erlebten drei wunderbare Tage mit einem ausgefüllten Programm: eine Fahrt am Rheinfall, den Rhein in Flammen zum schweizerischen Nationalfeiertag, den Blick hoch oben von des Munots Zinnen, ein Bad im alten Rhybadi, eine Bootsfahrt nach Stein am Rhein und einen interessanten Stadtrundgang durch Schaffhausen. Im Mittelpunkt standen das gemeinsame Musizieren auf unseren Bambusflöten, Begegnungen, Gespräche und Singen. Höhepunkt war ein kleines Konzert in der reformierten Steig-Kirche mit anschließendem Apéro. Mit Freude im Herzen und dankbaren Sinnen traten wir die Heimreise an. Diese Gemeinschaft zu leben ist für uns alle ein Segen und wir planen schon das nächste Wiedersehen. Birgit Schaub

Internationales

Unter dem Thema „Holländische Meister“ lädt „Het Nederlandse Pijpersgilde“ vom 23. -31. Juli 2021 zum Internationalen Bambusflötenkurs in Biezenmortel ein. Interessierte wenden sich bitte an www.bamboefluiten.nl (klicke auch Link auf unserer Webseite/Andere(s) an) oder melden sich bei Gerdien Feijten (egppeijten@hotmail.com), Hof der Toekomst 42, NL- 3823 HX Amersfoort an, um auf dem Laufenden zu bleiben.


Wies-Steingaden 15. Flöten- Wander- Wohlfühltage vom 9.-13. 6. 2019

Ein wunderschönes Fleckchen für das alljährliche Treffen hat Ilse Benning wieder ausfindig gemacht, am Waldhang oberhalb der Wieskirche gelegen, zwar mit den öffentlichen Verkehrsmittel etwas schwer zu erreichen; aber wenn man aus der Großstadt kommt und einen abendlichen Spaziergang macht, nur von den neugierig-misstrauischen Blicken satter Kühe verfolgt, denkt man, man wäre auf einem anderen Stern.

Und dann saßen wir wieder beisammen, alle Stimmen gut besetzt, und gespannt darauf, wie die Flöten in größerer Runde klingen. Es klappte nach einigen Abstimmmanövern ganz prima, wenn auch viele der überwunden geglaubten Nachlässigkeiten immer wieder bestanden werden mussten: zu nachlässige Intonation, mangelhaftes Anpassen der Tonhöhe und Schlafmützigkeit beim Einsatz. Aber wenn dann zum Schluss alles stimmt, ist das Musizieren in der großen Gruppe doch ein besonderes Erlebnis.


Nach musikalischer Erbauung und körperlicher Ertüchtigung dann der abendliche Ausklang in gemütlicher Runde. Das Bierstübchen mussten wir uns diesmal teilweise mit anderen Gruppen teilen, und da ja jeder in seiner Umgebung gehört werden wollte, wurde es manchmal ziemlich laut. Die 15. Auflage der Flöten- Wander- Wohlfühltage bot natürlich Anlass bei Bier, Wein und Snacks besondere Erlebnisse noch einmal aufleben zu lassen und schließlich auch wieder für das nächste Jahr ein gemeinsames Musizieren einzuplanen.

Zum Wandern mussten wir uns etwas den Witterungsbedingungen anpassen, da nachmittags mehrmals ein (allerdings sehr willkommener) Regen einsetzte. Für mich war der „Brettleweg“, der direkt von der Wieskirche in die bewaldeten Hügel führt, ein besonderes Erlebnis. Ich fühle mich eigentlich zu Fuß recht sicher, aber das Spazieren über die rutschigen Bretter, die durch die Moorwiese gelegt waren, fand ich etwas beängstigend. Glücklicherweise ist während unserer Anwesenheit niemand im Morast versunken.

Ich möchte mich für die gelungene Vorbereitung und Organisation des Treffens bedanken und freue mich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Gerhard Kiesler



Berlin: Sinn und Unsinn einer Baustelle

Der Hauptsitz der Bambusflötengilde in Deutschland e.V. ist durch einen massiven Wasserschaden beeinträchtigt worden. Ein Materialschaden an einem Heißwasserrohr hat dazu geführt, dass der gesamte Trockenbau und der Fußboden der Werkstatt mehrere Monate lang durchnässt wurden und sich stellenweise schwarzer Schimmel bildete. Somit musste der Bambusflötenunterricht provisorisch in den Hörraum verlegt werden. Die Trockenlegung dauerte 2 Monate und jetzt beginnt die Renovation. Wir hoffen auf eine schöne Wiedereinweihung des Raumes in der Adventszeit und freuen uns, wenn ihr mit Flötentönen, Lebkuchen und Glühwein dabei seid.


Berlin: Pentatonische Flöten am Seminar für Waldorfpädagogik Berlin e.V.

Echos auf meinen Baukurs in der ersten Studienwoche: „Wir freuen uns so über die bereits tradierte jährliche Arbeit mit Ihnen. Die Flötenbauarbeit bietet unseren StudentInnen einen ganz besonderen Einstieg in die LehrerInnen- Ausbildung. Das Musikalische spielt eine sehr bedeutende Rolle in der Waldorfpädagogik und der Bambusflötenbau erlaubt es uns, diesen Bereich mit unseren StudentInnen praktisch zu und dadurch zu einer ganz anderen musikalischen Tätigkeit in der LehrerInpraxis zu gelangen. Ihre liebe Art und Umgang mit den StudentInnen und die schöne Weitergabe von Wissen und technischen Fertigkeiten bereichert das Angebot hier im Seminar jedes Mal. Mr. Hoffman, Dozent, Fachmethodik Musik

Vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz, mit uns diese wunderbar klingenden Bambusflöten zu bauen. Es ist mir immer wieder eine große Freude, auf meiner selbstgebauten Flöte zu spielen. D. Grunwald, Studentin

Die schöne Arbeit mit Ihnen lässt bei mit ein tolles Gedicht von Hermann Hesse klingen:


Flötenspiel
Ein Haus bei Nacht durch Strauch und Baum                
Ein Fenster leise schimmern ließ,
Und dort im  unsichtbaren Raum
Ein Flötenspieler stand und blies.

Es war ein Lied so altbekannt,
Es floss so gütig in die Nacht,
Als wäre Heimat jedes Land,
Als wäre jeder Weg vollbracht.                                                                                                         
Es war der Welt geheimer Sinn
In seinem Atem offenbart,
Und willig gab das Herz sich hin
Und alle Zeit ward Gegenwart. 
Vielen Dank noch mal und herzliche Grüße S. Knoppik, Studentin

Im Sommer 2020 ist neben dem Berliner Kurs auch ein Seminar in der Türkei geplant.

 

 

- DRINGEND - gesucht - DRINGEND - gesucht - DRINGEND - gesucht - DRINGEND -

Menschen mit musikalischer Vorbildung und Spaß am Unterrichten, mit Geduld und handwerklichem Geschick, die sich zum Lehrer/in für Bambusflötenbau- und spiel ausbilden lassen möchten, werden dringend gesucht. Diese ganzheitliche Form der Musikerziehung ist in Deutschland noch wenig verbreitet und bietet interessante Berufsperspektiven. (Nähere Informationen bei den Lehrkräften der Bambusflötengilde.)

Altersbedingt werde ich in absehbarer Zeit Ersatz brauchen. Ein Baukurs in Augsburg ist in Vorbereitung, bei Interesse bitte melden!

Ilse Benning, Augsburg